Im Rahmen des entwicklungspolitischen Programms weltwärts ermöglichen wir jungen Menschen internationale Lernerfahrungen durch Freiwilligendienste zwischen Deutschland und Kolumbien. Dabei organisieren wir sowohl einen Outgoing-Freiwilligendienst, bei dem junge Menschen aus Deutschland einen Freiwilligendienst in Kolumbien leisten, als auch einen Incoming-Freiwilligendienst für junge Erwachsene aus Kolumbien.

Die kolumbianischen Freiwilligen engagieren sich während ihres Aufenthalts in Deutschland im Haus Sankt Georg in Wegberg. Dort unterstützen sie die Arbeit der Einrichtung und bringen zugleich ihre eigenen Perspektiven, Erfahrungen und kulturellen Hintergründe in den gemeinsamen Alltag ein.

Durch diesen gegenseitigen Austausch entstehen Begegnungen auf Augenhöhe, die interkulturelles Lernen fördern und einen Beitrag zu globaler Verantwortung und gegenseitigem Verständnis leisten.

Als Trägerorganisation verstehen wir den internationalen Freiwilligendienst als einen Raum des Lernens, der Begegnung und der persönlichen Entwicklung. Der Freiwilligendienst ist für uns kein einseitiger „Hilfsdienst“, sondern ein gemeinsamer Lernprozess zwischen Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten.

Im Mittelpunkt steht der Gedanke des Globalen Lernens: Freiwillige setzen sich mit weltweiten Zusammenhängen auseinander, reflektieren eigene Perspektiven und entwickeln ein Verständnis für globale Ungleichheiten, internationale Verantwortung und nachhaltige Entwicklung. Dabei geht es nicht nur um Erfahrungen im Ausland, sondern auch um eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle in globalen Strukturen.

Als Teil des entwicklungspolitischen Programms weltwärts, das bei uns als Sozialer Dienst für Frieden und Versöhnung verstanden wird, verstehen wir den Freiwilligendienst ausdrücklich als Lerndienst mit entwicklungspolitischem Schwerpunkt. Die Freiwilligen unterstützen Projekte unserer Partnerorganisationen, gleichzeitig steht jedoch der Bildungs- und Lerncharakter im Vordergrund.

Uns ist dabei besonders wichtig, dass der Freiwilligendienst auf gegenseitigem Respekt, Partnerschaftlichkeit und Wertschätzung von Vielfalt basiert. Wir fördern eine Haltung der Offenheit gegenüber unterschiedlichen Lebensrealitäten, Kulturen und Glaubensweisen. Die Begegnung mit Diversität verstehen wir als zentrale Chance für persönliches Wachstum, gesellschaftliches Lernen und verantwortungsvolles Handeln in einer globalisierten Welt.

Ein internationaler Freiwilligendienst verfolgt das Ziel, junge Menschen für globale Zusammenhänge zu sensibilisieren und sie zu einem verantwortungsvollen Engagement für eine gerechte und nachhaltige Welt zu befähigen.

Durch die Mitarbeit in sozialen, pädagogischen oder gemeinwohlorientierten Projekten unserer Partnerorganisationen erhalten Freiwillige Einblicke in gesellschaftliche Herausforderungen und Entwicklungsprozesse vor Ort. Gleichzeitig lernen sie Perspektiven kennen, die sich von ihren eigenen Erfahrungen unterscheiden.

Ein wichtiges Ziel des Dienstes ist es, interkulturelle Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen. Freiwillige werden Teil des Alltags ihrer Einsatzstellen und erleben Vielfalt in Lebensweisen, sozialen Strukturen und religiösen Traditionen. Diese Erfahrungen fördern Verständnis, Empathie und Respekt gegenüber unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Realitäten.

Darüber hinaus trägt der Freiwilligendienst dazu bei, globale Verantwortung und nachhaltige Entwicklung erfahrbar zu machen. Themen wie soziale Gerechtigkeit, Umweltverantwortung, Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe werden im Alltag der Projekte sichtbar und können gemeinsam reflektiert werden.

Sowohl der Outgoing- als auch der Incomingfreiwilligendienst eröffnet somit einen Lernraum, in dem Freiwillige globale Herausforderungen konkret erleben und ihr eigenes Handeln im Kontext einer vernetzten Welt reflektieren können.

Der internationale Freiwilligendienst soll Freiwillige in ihrer persönlichen, sozialen und politischen Entwicklung stärken. Ziel ist es, junge Menschen zu befähigen, globale Zusammenhänge zu verstehen und Verantwortung in einer globalisierten Gesellschaft zu übernehmen.

Während ihres Einsatzes entwickeln Freiwillige wichtige Kompetenzen im Bereich des Globalen Lernens. Sie setzen sich mit Fragen globaler Gerechtigkeit, nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlicher Teilhabe auseinander und reflektieren ihre eigenen Privilegien, Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus fördert der Freiwilligendienst interkulturelle Kompetenz und Offenheit gegenüber Diversität. Freiwillige lernen, unterschiedliche Lebensrealitäten, kulturelle Prägungen und Glaubensvorstellungen zu respektieren und wertzuschätzen. Diese Erfahrungen stärken ihre Fähigkeit zu Dialog, Empathie und konstruktiver Zusammenarbeit in vielfältigen gesellschaftlichen Kontexten.

Ein weiteres Wirkungsziel besteht darin, Freiwillige zu langfristigem Engagement zu motivieren. Nach ihrer Rückkehr sollen sie ihre Erfahrungen in gesellschaftliche, soziale oder entwicklungspolitische Initiativen einbringen und sich weiterhin für globale Gerechtigkeit, nachhaltige Entwicklung und ein respektvolles Miteinander einsetzen.

Der Freiwilligendienst wirkt damit über die Zeit im Ausland hinaus: Er soll Freiwillige dazu befähigen, als verantwortungsbewusste und solidarische Mitglieder einer globalen Gesellschaft zu handeln.